Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF)

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) hat nicht nur im Neubau, sondern auch bei der Gebäudesanierung ihren Platz gefunden. Neben der funktionalen Sicherheit überzeugt sie vor allem durch ihre gestalterischen Möglichkeiten. Das System erlaubt die Wahl zwischen unterschiedlichsten Fassadenbekleidungen; die Gestaltung der Fassade lässt sich auf diese Weise individuell auf die Charakteristik eines Gebäudes abstimmen. Weiterhin ermöglicht die vorgehängte hinterlüftete Fassade aufgrund ihrer Konstruktion, bestehende Gebäude den gestiegenen energetischen Anforderungen anzupassen, ohne dabei die nutzbare Grundfläche zu beeinträchtigen. Obwohl die VHF bautechnisch anspruchsvoll ist, beweist sie sich als wirtschaftliche Lösung für Gebäudehüllen.

Die Terminologie und Normen für die VHF sind in der DIN EN 13119 und DIN 18516 festgelegt. Die VHF wird in der Terminologie als Kaltfassade beschrieben. VHF sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern werden auch höchsten Ansprüchen an Funktionalität und Schutz gerecht. Sie sind eine ausgezeichnete Wahl für moderne Gebäudehüllen.

Aufbau einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF)

Bei einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF) wird die Gebäudehülle nicht direkt auf der Außenwand angebracht, sondern auf einer Unterkonstruktion montiert. Die Unterkonstruktion fungiert somit als Bindeglied zwischen der Außenwand und der Fassadenbekleidung. Sie kann z. B. aus Holz, Aluminium, Edelstahl oder der Kombination dieser bestehen.

Durch die konstruktive Trennung der Außenwand, Dämmung und der Fassadenbekleidung entsteht ein sogenannter Hinterlüftungsraum. Die dort zirkulierende Luftschicht sorgt für eine ständige Hinterlüftung der Gebäudehülle und trennt sie im Hinblick auf Feuchte und Wärme von der Unterkonstruktion und dem gedämmten Rohbau. Die diffundierende Wohn- und Baufeuchte wird somit durch den Luftstrom hinter der vorgehängten Fassade abtransportiert, wodurch die Dämmung trocken und funktionsfähig bleibt.

Die Komponenten der VHF im Überblick:

UnterkonstruktionUnterkonstruktion

Die Unterkonstruktion fungiert als statisches Bindeglied zwischen der tragenden Außenwand des Gebäudes und der Fassadenbekleidung. Als Werkstoffe dienen Holz, Aluminium, Edelstahl oder Kombinationen dieser Materialien. Durch den Einsatz mehrteiliger Unterkonstruktionen lassen sich Unebenheiten und Bautoleranzen zu einer absoluten Lot- und Waagerechten ausgleichen.

Traditionell wurden Unterkonstruktionen aus Holz verwendet, wobei besonders auf die dauerhafte Trockenheit des eingesetzten Holzes zu achten ist. Mehrheitlich durchgesetzt haben sich jedoch Aluminium-Unterkonstruktionen. Ein zusätzlicher Vorteil besteht darin, dass sie in das Blitzschutzkonzept des Gebäudes integriert werden können. 

Auch die Unterkonstruktion aus Edelstahl hat sich in der Vergangenenheit als energetische Lösung etabliert. Aufgrund dessen, dass Edelstahl ein schlechter Wärmeleiter ist, entstehen zwischen der Außenhaut und dem Rohbau keine Wärmebrücken.

AußenhautAußenhaut

Die Außenhaut kann aus verschiedenen Materialien wie beispielsweise Metall ausgeführt werden. Sie fungiert als Wetterschutzschicht, weist Schlagregen sowie direkten Feuchteeintrag ab und wird direkt auf der Unterkonstruktion und mittels Konsolen auf der Tragstruktur befestigt. Dies kann sichtbar oder verdeckt mit Schrauben, Nieten, speziellen Einhangprofilen, Hinterschnitt-Ankern etc. geschehen.

DämmungDämmung

Die Dämmebene umschließt im Idealfall das gesamte Gebäude nahtlos und nimmt in gleicher Ebene alle Öffnungselemente (Fenster, Türen) auf. Als Materialien werden zum Beispiel Mineralwolle oder Holzfaserdämmstoffe verwendet. Es kommen meistens Dämmstoffe der Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) 040 oder 035 zum Einsatz.

Für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) ist der Einsatz mineralischer Dämmstoffe der Wärmeleitfähigkeitsgruppen 035 bis 032 für jede Gebäudehöhe und -nutzung üblich. Alle gewünschten energetischen Anforderungen können ohne Weiteres erfüllt werden, denn systembedingt ist der Einbau jeder geforderten Dämmstoffdicke möglich. Die durchgehend hydrophobe Mineralwolldämmung ist dampfdiffusionsoffen und behält ihre guten Dämmeigenschaften über ihren gesamten Lebenszeitraum. Durch die Verwendung einer stegübergreifenden Dämmung werden Wärmebrücken weiter verringert, da Teile der Unterkonstruktion wiederum mit Dämmstoff verdeckt bzw. eingepackt werden können.

Die Dämmschicht sollte bei einer energetischen Sanierung nach der Empfehlung des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) 12 bis 16 Zentimeter dick sein. Bei einem Neubau sind es in der Regel mindestens 20 Zentimeter. 

HinterlüftungHinterlüftung

Die Komponenten Dämmung (Wärme-, Kälte-, Schall-, Brandschutz) und Bekleidung (Witterungsschutz) sind bei dem System der Vorgehängten Hinterlüfteten Fassade konstruktiv voneinander getrennt.

Der zwischen den Komponenten angeordnete Hinterlüftungsraum regelt den Feuchtehaushalt im Baukörper: Bau- und Nutzungsfeuchte werden dort durch den Luftstrom zuverlässig abgeführt. Feuchte Außenwände trocknen in kürzester Zeit aus. Dadurch ist auch ein optimales Innenraumklima sichergestellt. Es ist darauf zu achten, dass die Luftzirkulation nicht durch die Unterkonstruktion verhindert wird. Die Ausrichtung und Ausführung der Unterkonstruktion muss entsprechend geplant werden.

BefestigungBefestigung

Die Befestigung der Bekleidung an der Unterkonstruktion verbindet die Systemkomponenten zwängungsfrei und überträgt alle Lasten.

Es wird zwischen der verdeckten und sichtbaren Befestigung unterschieden. Bei der verdeckten, rückseitigen Befestigung der Gebäudehülle liegt die Befestigung in den Aufhängepunkten. Hierbei stehen verschiedene Systeme zur Verfügung: die Befestigung mit Hinterschnittankern, mit Verbundkörpern, die Befestigung durch Kleben sowie mittels Bolzen- bzw. Agraffenaufhängung.

Die sichtbare Befestigung von Fassadenbekleidungen erfolgt in der Regel durch Edelstahlklammern, stranggepressten Klammern aus Aluminiumlegierungen sowie Nieten oder Schrauben.

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Vorteile einer vorgehängten hinterlüfteten Fassade

WärmedämmungWärmedämmung

Die Trennung von Wärmedämmung und Fassadenbekleidung ermöglicht eine effiziente Isolierung des Gebäudes. Dadurch können Energiekosten gesenkt und der Wohnkomfort erhöht werden.

FeuchteregulierungFeuchteregulierung

Die Luftschicht hinter der Fassade ermöglicht eine fortwährende Hinterlüftung, die Feuchtigkeit abtransportiert und die Dämmung trocken hält. Dies trägt zur Vermeidung von Feuchteschäden und Schimmelbildung bei.

BrandschutzBrandschutz

Durch die konstruktive Trennung der Außenwand und der Gebäudestruktur kann die VHF gut an Brandschutzanforderungen angepasst werden.

SchallschutzSchallschutz

Vorgehängte hinterlüftete Fassaden können zum Schallschutz beitragen, da die Luftschicht als zusätzlicher Schallabsorber fungieren kann.

GestaltungsfreiheitGestaltungsfreiheit

Architekten und Bauherren haben eine große gestalterische Freiheit bei der Wahl der Fassadenbekleidung. Eine Vielzahl von Materialien, Farben und Formen stehen zur Verfügung.

WartungsfreundlichkeitWartungsfreundlichkeit

Die Fassadenbekleidung kann leichter gewartet oder ausgetauscht werden, da sie vom Rohbau konstruktiv getrennt ist.

Energetische SanierungEnergetische Sanierung

Die VHF ermöglicht die energetische Sanierung bestehender Gebäude, ohne die nutzbare Grundfläche zu beeinträchtigen.

Hohe LebensdauerHohe Lebensdauer

Die durchschnittliche Lebensdauer einer VHF beträgt rund 50 Jahre. In Verbindung mit der geringen Schadensanfälligkeit und minimalen Instandhaltungs- und Wartungskosten wird aus der vermeintlich kostspieligen Lösung eine attraktive Fassadenvariante.

Wesentliche Funktionen der vorgehängten hinterlüfteten Fassade (VHF)

Wie angenehm oder behaglich wir es in einem Raum empfinden, ist nicht nur auf die Temperatur der Umgebungsluft, sondern auch auf die Strahlungstemperatur der Umgebungsflächen zurückzuführen. Deshalb sagt die Temperatur auf dem Thermometer noch nichts über die Behaglichkeit aus.

Eine vorgehängte und hinterlüftete Fassade hat in Kombination mit einer zusätzlichen und individuell angepassten mineralischen Fassadendämmung einen überaus positiven Einfluss auf das Behaglichkeitsempfinden im Inneren des Wohnbereiches. In den warmen Monaten heizt sich die Außenfassade auf und schützt durch die Hinterlüftung das eigentliche Mauerwerk. Zusätzlich schützt eine mineralische Isolierung die Innenräume vor der Wärmestrahlung von außen.

In den Wintermonaten ist es genau umgekehrt: jetzt bietet die Dämmung den größtmöglichen Wärmespeicher für den Baukörper. Die Verbindung von vorgehängten und hinterlüfteten Fassaden mit mineralischen Dämmstoffen verbessert den Schallschutzmantel des Hauses ganz wesentlich. Sie ist ein wirksamer Schutz gegen Lärm von außen nach innen als auch von innen nach außen.

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