FAQ – Häufig gestellte Fragen

Benötigen vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) eine CE-Kennzeichnung ?

Ja, eine CE-Kennzeichnungspflicht für VHF besteht seit dem Jahr 2005, sofern sie im europäischen Binnenmarkt in Verkehr gebracht werden soll, von einer harmonisierten Norm erfasst oder einer für dieses Produkt ausgestellten Europäischen Technischen Bewertung (ETA) entspricht.

Die CE-Kennzeichnung erfolgt auf Grundlage einer Leistungserklärung nach der Bauprodukteverordnung für die Bestandteile der VHF. Um die Qualität und Nachhaltigkeit unserer Produkte und Fassadensysteme sicherzustellen, ist unsere Produktion am Standort Chemnitz und unsere Produktionskontrolle nach EN 1090 zertifiziert. Eine externe Überwachung schützt unser hohes Qualitätsversprechen zusätzlich ab.

Auf Wunsch stellen wir unseren Kunden entsprechende CE-Kennzeichnungen und dazugehörige Leistungserklärungen nach  EN 1090-1 gerne aus. Entsprechende Wünsche teilen Sie uns bitte vor Vertragsabschluss mit. Die Ausstellung nachträglicher Leistungserklärungen ist leider nicht möglich.

Müssen Bewegungsfugen in vorgehängten hinterlüfteten Fassaden (VHF) vorgesehen werden?

Bewegungsfugen des jeweiligen Bauwerks sind mit der identischen Bewegungsmöglichkeit in VHF aufzunehmen (VOB C ATV DIN 18351; Absatz 3.6.1).
Insbesondere gilt dies für Baukörper, die sich aneinander anschließen.

Benötigen vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) eine Statik?

Ja, für unsere Fassadensysteme wird neben einem Standsicherheitsnachweis auch ein Nachweis über die Gebrauchstauglichkeit benötigt. Inklusive aller Einzelnachweise sind diese Nachweise in prüffähiger Form sowie unter Berücksichtigung der geltenden Normen und Richtlinien anzufertigen.

Standsicherheitsnachweise bestehen aus:

  1. der statischen Berechnung der Unterkonstruktion
  2. der Fassadenbekleidung inklusive Befestigung
  3. erforderlichen Verankerungen und Verbindungselementen

Ein Standsicherheitsnachweis ist für alle Gebäudehöhen zu erbringen (gemäß DIN 18516-1; Abs. 6 auch für Fassadensysteme an Gebäuden bis acht Meter Höhe).

Maßabweichungen:

Ergeben sich Maßabweichungen bei raumabschließenden Wänden, dann ist einen Zuschlag von mindestens 20 Millimetern zur geplanten Ausladung der Unterkonstruktion – bestehend aus Hinterlüftungsraum und Wärmedämmung – zu berücksichtigen. Größere Abweichungen hinsichtlich der Ebenheit erfordern eine Berücksichtigung bei den Berechnungen des Standsicherheitsnachweises.

Grundsätzliches:

Randabstände der Befestigungs-, Verankerungs- und Verbindungselemente müssen eingehalten werden.

Inwieweit beeinflussen vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) das Raumklima?

Hinsichtlich des Raumklimas wirken sich VHF durch zahlreiche Eigenschaften positiv auf das Klima im Inneren von Gebäuden aus. So  reagiert der Hinterlüftungsraum einer VHF in kalten Jahreszeiten als regelrechter Temperaturpuffer. In den Sommermonaten wird die Wärme dagegen mithilfe des Hinterlüftungsraums abtransportiert, sodass das Klima im Gebäude auch bei großer Hitze angenehm bleibt.

Verantwortlich für den regulatorischen Effekt ist die Luftzirkulation im sogenannten Hinterlüftungsraum. Zwischen der Rückseite der Fassadenbekleidung und der auf der Gebäudeaußenwand aufgebrachten Wärmedämmschicht befindet sich ein ausreichend dimensionierter Raum mit Zu- und Abluftöffnungen. Dort kommt es zu einem permanenten Luftstrom, der nicht nur einen Temperaturpuffer zum Gebäudeinneren bildet, sondern auch Feuchtigkeit aus der Fassaden- und Außenwandkonstruktion abführt.

Hinsichtlich des Entstehens von Feuchtigkeit in der gesamten Fassadenkonstruktion sind grundsätzlich folgende Punkte zu bedenken:

  1. Baufeuchte
    Neu verarbeitete Baustoffe wie Beton, Mörtel oder Holz weisen oftmals einen hohen Wassergehalt auf.
  2. Schlagregen und/oder Niederschlagswasser
    Niederschläge können durch Öffnungen oder Fugen der Fassadenbekleidung in die Konstruktion eindringen.
  3. Tauwasser
    Hohe Luftfeuchtigkeit oder eine starke nächtliche Abkühlung der Temperaturen können an der Innenseite der Fassadenbekleidung zur Bildung von Tauwasser führen.

Benötigen vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) eine Genehmigung?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich kann die Genehmigungsfreiheit für eine VHF bestehen. Sie sollte aber niemals vorausgesetzt werden. Für Pläne zur Errichtung einer VHF – oder auch bauliche Veränderungen an einer Fassadenkonstruktion – ist immer eine Prüfung auf Genehmigungsfreiheit durch den Bauherren erforderlich.

Grundsätzlich gilt für den Bau einer VHF: Auch genehmigungsfreie Baumaßnahmen entbinden Bauherren nicht von ihrer Verantwortung. Alle rechtlichen Anforderungen beim Bau einer VHF sind einzuhalten – auch bei genehmigungsfreien Fassaden. Verfügt der Bauherr nicht über das erforderliche Know-how dafür, dann sind für die sachgerechte Planung und Ausführung fachkundige Planer oder Ingenieure hinzuzuziehen.

Wesentliche Bestandteile der Bauvorlage sind:

  1. Zeichnungen
  2. statische Nachweise
  3. Angaben zu Konstruktion, Bekleidung und Werkstoffe

Die Unterlagen sollten einen Einblick in die Konstruktion ermöglichen.
Es müssen detaillierte Informationen zur Unterkonstruktion, Bekleidung und Wärmedämmschicht enthalten sein – inklusive der verwendeten Bauelemente und deren Eigenschaften.
Darüber hinaus müssen Sie die Einhaltung geltender Brandschutzbestimmungen und die Anforderungen an den Wärmeschutz nachweisen.

Ist Kontaktkorrosion bei der Errichtung vorgehängter hinterlüfteter Fassaden (VHF) in Ausnahmefällen zulässig?

Ein klares Nein. Gemäß der VOB C ATV DIN 18351; Absatz 3.2.5 ist beim Zusammenbau von Bauteilen verschiedener Stoffe eine Kontaktkorrosion grundsätzlich auszuschließen. Interpretationen dieser Festlegung sind nicht möglich – auch nicht in Ausnahmefällen.

Lassen sich moderne Photovoltaik-Elemente in vorgehängte hinterlüftete Fassadensysteme (VHF) integrieren?

Natürlich. Fassadenbekleidungen, die der Erzeugung regenerativer Energie dienen, benötigen eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung – oder eine Zustimmung im Einzelfall (VOB C ATV DIN 18351; Abs. 2.6) – sofern sie in einer VHF integriert werden.

Benötigen vorgehängte hinterlüftete Fassaden (VHF) einen Wärmeschutznachweis?

Ja. Unabhängig davon, ob es sich um einen Neubau oder die Sanierung einer VHF handelt, müssen Sie einen Wärmeschutznachweis erbringen. Beschrieben ist der Mindestwärmeschutz für Bauteile in der DIN 4108-2.

Wichtiger Bestandteil des Wärmeschutznachweises ist die Bewertung und Bilanzierung sogenannter Wärmebrücken in der Fassadenkonstruktion. Hinsichtlich der Vermeidung von Wärmebrücken gilt es vor allem bei Außenwänden mit VHF das Zusammenwirken von Elementen wie Verankerungsgrund, Unterkonstruktion und Wärmedämmung zu berücksichtigen.

Gleiches gilt für die Vermeidung punktueller und linearer Wärmebrücken. Diese können aufgrund einer konstruktiv erforderlichen Durchdringung der Wärmeschicht entstehen und müssen bei der Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten Berücksichtigung finden.

 

Ist es erforderlich, Bekleidungselemente aus Metall grundsätzlich zu entdröhnen?

Das ist nicht erforderlich. Bekleidungselemente aus Metall werden ohne Entdröhnung montiert. Sollten auf Grund erhöhter Anforderungen dennoch Entdröhnungsstoffe erforderlich sein, ist ein Anteil von nicht unter 60% der jeweiligen Elementrückseite entsprechend zu beschichten.  Laut  VOB C ATV DIN 18351; Absatz 3.4.2.5 darf die Dicke der Entdröhnungsstoffe zwei Millimeter nicht unterschreiten.

Sind Dauergerüstanker bei der Montage vorgehängter hinterlüfteter Fassaden (VHF) erforderlich?

Sollten tragende Bauteile einer Außenwand mit einer VHF verkleidet werden, sind nach DIN 4426 dauerhaft eingebaute Verankerungsvorrichtungen für Fassadengerüste vorzusehen. Dauergerüstanker sind zugänglich anzuordnen, sodass sie möglichst ohne Demontage der Bekleidungselemente erreicht werden können.

Die vertikalen Abstände zwischen den Verankerungsebenen dürfen vier Meter nicht überschreiten. Ist der vertikale Abstand geringer, können die Kräfte proportional gemindert werden. An Gebäudekanten wie Traufen oder Ecken müssen die angegebenen Kräfte verdoppelt werden. Hinsichtlich des horizontalen Abstands gibt es keinerlei Regelungen.

Die aufzunehmenden Kräfte sind wie folgt zu ermitteln:

  1. Rechtwinklig zur Fassade: je Meter Fassadenlänge 2,25 kN
  2. Parallel zur Fassade:  je Meter Fassadenlänge 0,75 kN

Verzichten können Sie auf Verankerungsvorrichtungen, wenn Anlagen zur Fassadenbefahrung vorhanden sind oder die Außenwandhöhe des Gebäudes acht Meter nicht überschreitet.

Ist es erforderlich, Fassadenbegrünungen statisch nachzuweisen?

Ja. Nach DIN 18516-1; Absatz 5.1.5 gelten Fassadenbegrünungen als Sonderlasten. Demnach sind sie beim Standsicherheitsnachweis zu berücksichtigen. In besonders beanspruchten Teilbereichen ist vor allem auf Eislasten zu achten.

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Die SCHRAG-Gruppe ist ein Verbund vernetzter Spezialisten und bietet ganzheitliche Lösungen für Dach und Fassade im Metallleichtbau. Der reibungslose und erfolgreiche Ablauf Ihres Bauvorhabens ist unser Antrieb!

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