Erdgeschichte in Zylinderform

Wie viele Bohrkernarchive es in Deutschland oder gar weltweit gibt, ist kaum zu sagen, da keine übergeordnete Institution existiert. Es gibt universitäre Einrichtungen, staatliche geologische Dienste, Rohstoffunternehmen und selbst private Sammlungen, die allerdings kaum öffentlich in Erscheinung treten.

Freiberg ist eine Stadt mit jahrhundertealter Bergbautradition und nicht nur die vorweihnachtlichen Bergparaden zeugen davon. Schon seit fast 1000 Jahren wird hier zumeist unter Tage abgebaut, seit 200 Jahren auch geforscht und katalogisiert.

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) als die größte geodatenhaltende Stelle im Freistaat Sachsen und die TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) als älteste noch bestehende technisch-montanwissenschaftliche Universität der Welt legen nun ihre Sammlungen in einem Neubau des Zentralen Sächsischen Bohrkernarchivs zusammen. Der Sächsische geologische Dienst als Abteilung des LfULG steuert aus seinen geowissenschaftlichen Sammlungen Belegstücke, Proben und Bohrkerne ihrer Sammlungsgeschichte bei, die älteste Probe datiert aus dem Jahr 1827 !
In den Handstücksammlungen finden sich ca. 40.000 Einzelproben und Fossilien; im Kistenbestand (1.350 Tragekisten) lagern weitere 90.000 Handstücke, Bemusterungsbelege, Proben und Fossilien. Sie alle stammen aus u.a. aus den Erkundungen von Bodenschätzen, Baugrund- oder Grundwasseruntersuchungen oder auch geowissenschaftlichen Forschungsarbeiten; in jüngster Zeit kamen Proben aus der Wismutforschung dazu.

In dem Neubau werden zukünftig auf einer Fläche so groß wie ein halbes Fußballfeld immerhin 160km Kernmaterial sicher und langfristig eingelagert, für weitere Forschungen stehen Arbeitshallen mit Probentischen, Labore und auch ein Vortragssaal zur Verfügung.

Die Nutzung der Proben gestattet eine verhältnismäßig kostengünstige Gesteinsuntersuchung der beprobten Flächen; das Ziehen weiterer Bohrkerne und damit noch mehr Eingriffe in die Umwelt kann damit vermieden werden.

Die Übergabe des Objektes soll im Jahr 2027 erfolgen.

SCHRAG Fassaden realisiert hier eine vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) aus wetterfestem Stahl (Corten) sowie Aluminium in RAL 1004 und RAL 7016, t=3.00mm als verdeckt befestigte Bolzeneinhangfassade im System SCHRAG|corpo. Alle Elemente werden aus großformatigem Tafelmaterial gefertigt und sind zum Teil perforiert.

 

Rendering :  RBZ Generalplanungsgesellschaft mbH

Erdgeschichte in Zylinderform

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